14/04/2013

Geschriebenes verstehen - eine Herausforderung unserer Zeit?

Jeden Tag suchen Menschen nach Informationen, nicht immer sind sie aber in der Lage das geschriebene Wort zu verstehen. Liegt es nun an den Personen selbst oder wird von Seiten des Schreibers davon ausgegangen, dass der Leser es schon verstehen wird?

 

Findet nun ein interessierter Leser die passenden Informationen und kann diese nicht verstehen oder sind diese einfach viel zu kompliziert geschrieben, so wird der Artikel zur Seite gelegt und nicht weiter beachtet. Für den Betroffenen ging damit eine Möglichkeit verloren, sein Wissen und damit seine Gesundheitskompetenzen zu erweitern.

 

Wie viel Zeit und Geld vergeuden wir mit:

  • Unnotwendigen Rückfragen aufgrund von unklaren Anweisungen?
  • Schlecht geschriebenen Formularen und Anleitungen?
  • Zusammenfassungen und Berichten die schwer zu verstehen sind?
  • Unbrauchbaren Memos und Geschäftsbriefen die nie beantwortet werden?
  • Uninteressanten Pressemeldungen die von den Medien ignoriert werden?

Diese Liste ließe sich bestimmt noch lange fortsetzen, zudem ist es auch ein Fehler zu glauben, dass Kosten die aufgrund von schlecht geschriebenen Texten unausweichliche Ausgaben einer jeden Organisation sind.

Wird das geringe Leseverständnis ignoriert?

Leider ist es so, dass viele Organisationen gar nicht wissen, dass die angebotenen verschriftlichten Informationen für einen Großteil der vorgesehenen Leser unbrauchbar sind. Aufgrund von amerikanischen Studien (National Adult Literacy Survey 1992 & 2003) ist bekannt, dass die Amerikaner durchschnittlich auf einer Stufe von 9 (9-th grade; Anmerkung: entspricht 9 Jahren Schule) lesen. Das ist auch der Grund, warum die meisten Blockbuster auf einer Stufe von 7 geschrieben wurden. Der Grund ist, dass die Menschen Literatur bevorzugen, die zwei Stufen unter ihrer aktuellen Lesestärke liegt. Zeitungen beispielsweise befinden sich zumeist auf einer Stufe von 11, das ist gerade noch akzeptabel für eine Person mit einer Lesestärke von 9.Verstehen

 

Gerade im deutschsprachigen Raum gibt es sehr wenige geeignete Instrumente, um das Leseverständnis zu überprüfen. Die Organisationen verwenden viel Zeit für die Zusammenstellung der Texte und dem Layout. Möglicherweise werden die Texte dann auch noch auf einem Hochglanzpapier gedruckt. Es ist nachvollziehbar, dass die Folder-Erstellung noch weitere Kosten verursacht. Macht eine solche Investition Sinn, wenn die Zielgruppe damit nichts anfangen kann? Gibt es Evaluierungen in diesem Bereich? Vermutlich nicht. Nach dem Druck und der Verteilung ist das Projekt erfolgreich abgeschlossen. Werden Formulare immer so erstellt, dass Menschen mit geringen Kompetenzen diese problemlos ausfüllen können?

 

Die Verfasser bzw. Auftraggeber der Texte sind sich auch vielfach nicht darüber bewusst, dass die Menschen mit sehr unterschiedlichen Bildungsstufen und somit Verständnis auf deren Texte zurückgreifen.

In diesem Sinne sollte uns das letzte PISA-Studienergebnis doch zu denken geben. Alleine unter den 15 Jährigen haben ein Drittel eine Leseschwäche (derstandard.at, 2012)

 

Es macht somit wenig Sinn, nur auf die Richtigkeit des Inhaltes und auf das Layout zu achten, viel mehr müssen die Gesundheitseinrichtungen und alle anderen Informationsbereitsteller darauf achten, die Leser mit Ihren Informationen nicht zu überfordern. Viele Behörden- und Gesundheitsseiten werden dieser Anforderung aber nicht gerecht.

Ich unterstütze daher die Forderung von Experten, dass die Informationsangebote von Behörden auf einem Niveau geschrieben werden, das nicht mehr als 9-10 Schuljahre verlangt und die Informationen auf Gesundheitsseiten auf der Stufe 5-7 angeboten werden.

Das kommt nicht nur niedrigeren Bildungsstufen zu gute, sondern auch Personen, für die die deutsche Sprache nicht die Muttersprache ist.

 

Das Verfassen solcher Texte bzw. von Texten auf einem Niveau das nicht dem eigenen entspricht, verlangt viel Übung und Erfahrung. Informationen die keiner versteht oder die keinen interessieren sind meiner Meinung nach nahezu wertlos. Die Gesundheitskompetenzen der Bürger können somit nur nachhaltig verbessert werden, wenn die angebotenen Informationen den Bedürfnissen und Stärken der Leser entsprechen.

 

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Quelle:

http://www.impact-information.com

derstandard.at (http://derstandard.at/1345166358782/Oesterreichs-Jugend-ist-besonders-schlecht-beim-Lesen)

Letzte Änderung am 30/07/2014

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