04/06/2013

Ist unsere Impfskepsis berechtigt?

Heute geht es um die Impfskepsis der Österreicher. Sind Impfungen notwendig oder brauchen wir diese im 21. Jahrhundert nicht mehr? Viele von uns leben in der Stadt und dort gibt es beispielsweise keine Zecken. Warum soll ich mich dann vom Arzt stechen lassen? Womöglich muss ich sogar den Impfstoff selbst bezahlen! Es gehört meiner Meinung nach durchaus zur individuellen Gesundheitskompetenz eines Menschen, zu wissen, ob mein Kind oder ich eine Impfung brauchen und wie diese ungefähr im Körper wirken.

 

Laut einer aktuellen Umfrage (Spektra Marktforschung, n=750) bezeichnen sich 4 Prozent der Österreicher als Impfgegner und rund 57 Prozent als bekennende Skeptiker was Impfungen betrifft. In dieser Umfrage sind vor allem Mütter (85 Prozent) von bis zu 13 jährigen Kindern zu Wort gekommen. Gerade Mütter, die doch zu einem großen Teil für die Gesundheit der Kinder und vermutlich auch für die gesamte Familie (mit-) verantwortlich sind, sind Impfungen immer mit etwas Unbehagen verbunden. Die Gefahr von Nebenwirkungen wird immer wieder als Hauptgrund dafür genannt, keine Impfungen durchführen zu lassen. Teilweise werden diese deswegen sogar verweigert! Der Leiter für pädiatrische Fortbildung und Forschung der Karl Landsteiner Gesellschaft, Karl Zwiauer, erkennt sogar Tendenzen innerhalb von Österreich. So ist im Osten und Norden von Österreich die Anzahl der Verweigerer etwas größer als im Westen und Süden. In jeder Alters- und Bildungsschicht sind die Skeptiker gleich vertreten.

 

39 Prozent der befragten Personen sehen sich aber als Impfbefürworter, im Vergleich zu Deutschland sind wir in der Alpenrepublik doch wesentlich negativer eingestellt. Dort sind 64 Prozent klare Befürworter. Der Unterschied erklärt sich vor allem dadurch, weil viele Österreicher der Meinung sind, die Kinder sollen die eine oder andere Krankheit selbst einmal durchmachen und dann immun dagegen werden. Eine solche Entwicklung sei gut für das Kind. Als weitere Hindernisse fand die Erhebung heraus, dass die Eltern die Impfungen teilweise als unnötig ansehen (44 Prozent), die Kinder durch die Impfung stark belastet werden (40 Prozent) und das Nebenwirkungen zu erwarten sein könnten (35 Prozent).

FSME

Interessanterweise ist das Bild aber in Bezug auf FSME (Frühsommer-Spät-Menigoenzephalits) etwas anders (aktive Werbemaßnahmen der Industrie?). Hier sind 77 Prozent für die Impfung. FSME wird durch Zecken übertragen (nicht jeder Biss löst gleichzeitig eine Erkrankung aus bzw. nicht jeder Zeck hat den FSME-Virus in sich). Hierbei handelt es sich um eine entzündliche Erkrankung des Gehirns oder der Hirnhäute. Ausgelöst durch den FSME-Virus. Im Zuge der Impfung werden abgetötete, also inaktivierte FSME-Viren in den Körper eingebracht. Man spricht hierbei von einer aktiven Immunisierung. Durch diese inaktiven und somit für den Körper unschädlichen Viren wird im Körper eine Antikörper-Produktion gegen die FSME-Viren angeregt. Sollte es nun später zu einer weiteren Infektion mit diesem Erreger (FSME-Virus) kommen, so kennt der Körper nun diesen Eindringling und kann Ihn mit Hilfe der Antikörper bekämpfen. Ein solcher Vorgang findet täglich in unserem Körper mit anderen Eindringlingen statt.

 

Im Vorjahr erkrankten daran 52 Österreicher, wovon zwei Personen in Folge verstarben. Eine Impfung ist vor allem für Personen sinnvoll, die sich in Regionen mit einem hohen Infektionsrisiko aufhalten.

 

Eine persönliche Anmerkung noch dazu: Zecken fallen nicht wie immer angenommen nur vom Baum und beißen dann den Menschen. Man kann sich die unliebsamen Blutsauger auch bereits bei einem Marsch durch das Gras einfangen.

 

In den Medien hören wir auch immer wieder von Influenza-Epidemien. Die befragten Österreicher nehmen diese Bedrohung sehr wohl wahr und stufen diese als gefährlich und ansteckend ein. Jedoch wird die dazugehörige Impfung (Immunisierung) als nicht wirklich notwendig erachtet.

 

Scheuen Sie bitte nicht, einen Arzt zu fragen, ob Ihr Kind eine Impfung braucht oder nicht. Die Wahrscheinlichkeit, dass eine Impfung sehr schwere Nebenwirkungen hat, ist mittlerweile sehr gering. Fragen Sie daher Ihren Kinderarzt oder Hausarzt. Gerade bei Kindern gehören viele Impfungen zum Mutterkind-Pass und sind somit kostenlos.

 

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Quelle:

Linhart A. (2013). Viele Eltern mit Impfskepsis. News Leben 04, 22-23.

Onmeda (2012). FSME-Impfung. Link

Letzte Änderung am 29/06/2014

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